Auch im Fachbereich Geschichtlich-soziale Weltkunde haben außerschulische Lernorte eine besondere Bedeutung.
Im Geschichtsunterricht der Klassen 9 und 10 bilden die Themen „Nationalsozialismus“ und der „Holocaust“ einen besonderen Schwerpunkt.

Die Konfrontation mit der Regionalgeschichte im Landkreis Grafschaft Bentheim findet vor allem über verschiedene Dokumentation jüdischen Lebens in der Grafschaft Bentheim sowie anhand von Zeitungsmaterialien der Grafschafter Nachrichten statt.

In Berlin wurden wiederholt Stätten besucht, die das menschenverachtende Regime des Nationalsozialismus dokumentieren bzw. widerspiegeln (Neues Jüdisches Museum, Neue Synagoge an der Oranienburger Straße, Gedenkstätte Plötzensee, Gedenkstätte Bendler-Block, Holocaust-Gedenkstätte mit Ort der Erinnerung, Deutscher Bundestag im Reichstagsgebäude mit Fotodokumentation).

Vor Ort beteiligt sich die Schule an der Ausgestaltung des Volkstrauertages der Samtgemeinde Uelsen. Im November 2005 wurde erstmals von Schülerinnen und Schülern der Klasse 10 ein Totengedenken gesprochen.
Im Unterricht und zu Gedenktagen werden wiederholt die Biographien der jüdischen Uelser Familien Vos und Vorsanger vorgestellt. Sie gehörten zur jüdischen Gemeinde Neuenhaus. Aus diesem Grund wurde mehrmals eine außerschulische Begegnung mit jüdischen Erinnerungsorten durchgeführt (Denkmal auf dem Mühlenberg in Uelsen, Standort der Neuenhauser Synagoge an der Klinkhamerstraße, der jüdische Friedhof in der ehemaligen Gemeinde Hilten, jetzt Neuenhaus, Wohngebäude ehemaliger jüdischer Mitbürger mit dem Ort der Deportation im Jahre 1942).

 

Auf den Spuren jüdischen Lebens                        November 2004

 

Angeregt durch die Schülerinnen und Schüler der 10b fahren wir an einem strahlenden, aber doch schon recht kühlen Herbstmorgen mit dem Rad von Uelsen nach Neuenhaus, wir wollen auf den „Spuren jüdischen Lebens“ unterwegs sein. In einem der neuen Siedlungsgebiete an der Hardinger Becke begegnet uns der Name Bertha van der Reis. Eine Straße wurde dort nach der ältesten damals in Neuenhaus lebenden jüdischen Einwohnerin benannt.
 

Wir studieren zwei Gedenktafeln, stehen am ehemaligen Standort der in der Pogromnacht 1938 zerstörten Synagoge in der Klinkhamerstraße. Dann besuchen wir einen Ort an der Hauptstraße, an dem sich die Häuser von drei damals dort wohnenden jüdischen Familien gegenüber liegen.

Von einem der Häuser aus wurden 1942 die meisten jüdischen Einwohner von Neuenhaus und Uelsen deportiert.

Betroffenheit.

Danach Besuch der Gedenkstätte an der Veldhausener Straße.

Wir fahren zum jüdischen Friedhof an der Lager Straße, weit draußen liegt er, wir sind schon in Hilten.

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Mild und klar scheint die morgendliche Herbstsonne in das Wäldchen und auf die alten Grabsteine des Friedhofs. Den Schülerinnen und Schülern ist dies ein unbekannter, unerwarteter Ort.

Ein Psalm wird gelesen, einige kleine Kieselsteine werden auf Grabsteinen abgelegt, Erinnerung an den Exodus.

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Beeindruckt verlassen wir diese stille, würdige Stätte.

Danke der 10b, dass diese Fahrt so möglich war!

 

Der jüdische Friedhof am Wittenkamp in Neuenhaus:(Quelle: Kooperative Gesamtschule Neuenhaus, Dokumentation: Reichskristallnacht 1938 - Die Juden in der Niedergrafschaft)

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Weitere lesenswerte Auszüge aus der Dokumentation:
Reichskristallnacht 1938 – Die Juden in der Niedergrafschaft:

http://dr-gesenhues.de/1doktor/Neuenhaus.htm

 

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